Unsere Welt ist grün
- malina

- 15. Juli 2025
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 8. Aug. 2025

Lass uns eine kleine Reise in die Vergangenheit machen.
Du stehst in einer Landschaft aus Stein. Kein Strauch, kein Baum – nur Stein. Hier und da brodelt es unter deinen Füßen und es ist glühend heiß. Über dir breitet sich ein rot-orangener Himmel aus. Vor deinen Füßen siehst du Wasser, seine glatte, dunkle Oberfläche reicht bis zum Horizont.
Aus dem Wasser ragen hohe turmartige und flache pilzförmige Gebilde. Du schaust genauer hin: Sie schimmern im dämmrigen Licht grün.
Wo befindest du dich?
Genau hier – nur ca. 3,5 Mrd. Jahre früher. Du beobachtest den Aufstieg eines der wichtigsten, wenn nicht sogar dem wichtigsten Molekül für das Leben auf der Erde – dem Chlorophyll. Wenn du jetzt aus dem Fenster schaust, ist aus dem Schimmern ein grüner Vorhang geworden. Selbst, wenn du in der Stadt lebst – etwas Grünes hast du sehr wahrscheinlich trotzdem in deinem Blickfeld.
Die Welt ist voll von Chlorophyll und ohne gäbe es schlicht nichts, was dir bekannt vorkommt. Inklusive dir selbst.
Grund genug, um dazu eine Geschichte zu erzählen.
Die Gebilde, die du gesehen hast, enthalten Bakterien, Lebewesen, die zum ersten Mal Chlorophyll genutzt haben, um Energie zu gewinnen. Chlorophyll erscheint uns deswegen grün, weil es das grüne Licht ausschließt, es wird reflektiert (oder scheint einfach hindurch) und an unser Auge zurückgesendet. Andere Lichtfarben, wie (Erdbeer-)Hellrot oder (Blaubeer-)Blau werden vom Chlorophyll geschluckt, also absorbiert. Der Snack-Vergleich passt, denn von diesen Lichtfarben „ernähren“ sich viele Pflanzen buchstäblich – zusammen mit Kohlenstoffdioxid aus der Luft. Stelle dir also beim nächsten Mal den Baum vor dir als fest gewordene Luft vor. Denn im Prinzip ist er genau das.
Wieso würde es dich ohne Chlorophyll nicht geben?
Kehren wir für einen Moment auf die sehr alte Erde zurück. Du hast als Mensch die Gabe, in deiner Fantasie an jeden Ort zu reisen und ihn dir lebendig vorzustellen. Andernfalls wäre ein Aufenthalt an diesem Ort schon allein deshalb unmöglich, weil etwas Essenzielles fehlt: Sauerstoff. Die Bakterien sind zwar schon dabei ihn zu produzieren, doch bis etwas passiert, das die Wissenschaftler „Great Oxidation Event“ nennen, also eine enorme Sauerstoffflut für die Atmosphäre, sollte es noch eine weitere Milliarde Jahre dauern.
Bei jedem tiefen, frischen Atemzug strömt Sauerstoff in deine Lunge und hält deinen Körper am Leben. Es gibt ihn nur, weil es die Fotosynthese gibt. Und Fotosynthese gibt es nur durch Chlorophyll.
Was hält dich noch lebendig? Vielleicht ein Stück Schokolade, Erdbeeren mit Sahne, Käsepizza... All das - unser gesamter Speiseplan, alles ist nichts ohne Fotosynthese.
So weit, so fern. Ab hier steigen wir in aktuelle Forschung ein. Die Grundlagen zu Fotosynthese lasse ich einfach weg (die kannst du eh überall nachlesen) und möchte dir viel lieber spannende Geschichten aus der aktuellen Forschung erzählen.





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