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Chloro BEAUTY phyll

  • Autorenbild: malina
    malina
  • 23. Juli 2025
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 30. Dez. 2025





Alt werden wollen die meisten, aber schön(er) sein – wollen das nicht alle irgendwann?

Chlorophyll wird mit genau diesem Versprechen inzwischen überall vermarktet: Als Creme, Tropfen, Pulver – nur nicht so sehr in seiner natürlichsten Form. Dabei geht es ja auch nicht wirklich um Wirkung, sondern um Geld.

Versprochen wird unter Anderem: Weg mit Pickeln, weg mit zu viel Fettpolstern und weniger Körpergeruch.


Chlorophylls Versprechen für die Haut: Weg mit den Pickeln.


Es gibt einige Studien, die die Anwendung von Chlorophyll auf der Haut untersucht haben. Wer zu Akne neigt, weiß vielleicht, dass man sie auch mit Licht behandeln kann. Das gilt vor allem für Aknetypen, die durch Bakterien ausgelöst werden. Diese Bakterien werden mit bestimmten Wellenlängen bestrahlt (blaues oder auch rotes Licht), wodurch sie absterben. Das funktioniert also quasi wie ein Desinfektionsmittel aus Licht.

Wer sich jetzt schon ein bisschen mit Fotosynthese auskennt, weiß, was passiert, wenn zusätzlich Chlorophyll a aufgetragen wird:

Das Chlorophyll absorbiert blaues und rotes Licht, dabei geht es in einen angeregten, reaktionsfreudigen Zustand über (Stichwort: Elektronen).

Auf unserer Haut fehlt alles andere, was jetzt für eine ordentliche Fotosynthese nötig wäre, daher reagiert Chlorophyll mit etwas Passendem aus der Umgebung – und das ist wie so oft: Sauerstoff. Unter anderem kann dabei Wasserstoffperoxid entstehen – das bleicht nicht nur Haare extrem gut, sondern wirkt auch schädigend auf Bakterien oder auch übereifrig talgproduzierende Hautzellen.

In dieser Kombination hat Chlorophyll einen sichtbaren und messbaren Effekt – es verbessert das Hautbild.


Wichtig: Da Chlorophyll die Haut sensibler für Licht macht, sollte man in Kombination mit Sonnenbädern besonders aufpassen.


Eine kleine Studie konnte auch nachweisen, dass Chlorophyll, als Gel aufgetragen und ohne die Kombination mit Licht, ebenfalls eine hautverfeinernde Wirkung hat. Hier muss man aber vollständigkeitshalber erwähnen, dass es sich um eine Form des Chlorophylls handelt, die im Labor hergestellt wird und statt eines Magnesiumatoms ein Kupferatom im Zentrum hat (man nennt es Chlorophyllin). Antibakteriell wirkendes Kupfer könnte also mitverantwortlich sein. Kleiner Tipp für Schweißfüßler: Socken mit Kupferfasern fangen genau deshalb nicht so schnell an zu stinken.


Anders sieht es bei der Anwendung von innen aus. Nahrungsergänzungsmittel mit Chlorophyll haben, bis auf gelegentliche farbliche Überraschungen in der Toilette und Durchfall, keinen nachgewiesenen Effekt – wenn man die Erfahrungsberichte von InfluencerInnen mal außen vor lässt.


Fazit ist also: Einige wenige Studien lassen vermuten, dass Chlorophyll in Cremes gegen Akne helfen kann. Von innen angewendet ist der Effekt auf die Haut nicht belegt, wohl aber der unangenehme Effekt auf die Verdauung (bei Instagram oder TikTok nennt man das „Darmreinigung“).

Chlorophyll aus der Natur aufzunehmen – zusammen mit allen anderen guten Stoffen aus Pflanzen – macht deutlich mehr Sinn.


Chlorophylls Versprechen für Bauch, Beine, Po: Weg mit zu viel Fett


Es klingt verlockend: Jeden Morgen ein Glas grünes Chlorophyll-Wasser und man kann die Schokolade oder die Chips viel leichter links liegen lassen. Und tatsächlich wurden Studien (an wenigen Frauen) durchgeführt, die nach dem morgendlichen Genuss eines Shakes aus grünen Pflanzen schneller satt waren und weniger Heißhunger hatten. Aufgrund dieser Studie kann man dann im Internet etwas lesen wie: „Chlorophyll hilft beim Abnehmen“.

Wer etwas kritisch mitdenkt, dem ist es vielleicht schon aufgefallen: Der Shake beinhaltete nicht Chlorophyll allein, sondern einen Mix – vor allem die (Thylakoid-) Membranen von grünen Pflanzen. Diese stecken natürlich voll von Chlorophyll, aber es sind auch viele andere Stoffe enthalten, die ebenso verantwortlich für den Effekt sein können.

Also lieber täglich einen grünen Smoothie trinken – der Versuch lohnt sich allemal.


Chlorophylls Versprechen für das Geruchserlebnis: Wohlfühlen mit Vielen


„Trink dein Deo!“ könnte ein Werbespruch aus den 50ern und 60ern des vergangenen Jahrhunderts sein. In dieser Zeit waren Chlorophyllin-Tabletten schwer in Mode und sollten alle Arten von unangenehmen Ausdünstungen eliminieren. Bekannt gemacht hat diese Wirkung der Mediziner F. H. Westcott. Ihm fiel auf, dass der typische Uringeruch nach einem Spargelessen mit der Einnahme von Chlorophyllin deutlich reduziert war. Nachdem er die Wirkung auch auf andere Arten von Körpergeruch an StudentInnen beobachtet hatte, wurde Chlorophyllin als „Nullo“ oder „Derifil“ breit vermarktet.

Wirklich wissenschaftlich belegt wurde der Effekt allerdings nie. Die Tatsache, dass sich Chlorophyllin bis heute nicht als „Deo von innen“ durchgesetzt hat, könnte ein Hinweis sein, dass der Effekt nicht besonders groß ist.

Dann vielleicht doch lieber die Kupfersocken.


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